R.E.S erobert den Perdatscher Bichl ...

Im Rahmen des 22. Flying - Circus fand am 08.07.2017 der 1. RC-E RESHang Wettbewerb in Fiss statt. Bei den Vorgespräche zum Flying Circus 2017 habe ich gegenüber dem Flying Circus Organisator, Gerd Holzner, die Idee geäußert, einen RES Wettbewerb in die Veranstaltung zu integrieren. Nach dem wir gemeinsam der Meinung waren, es auf einen Versuch ankommen zu lassen, machte ich mich an die Arbeit den Wettbewerb zu planen. Schnell fand sich ein Mitstreiter, Georg Kraus, den ich für meine Idee begeistern konnte. Dank ihm feierte die noch frische Wettbewerbsklasse E-RESHang in Fiss ihr Debüt.

Neben der tatkräftigen Unterstützung durch seine Frau Sonja (Ergebniserfassung) und dem zur Verfügung gestellten technischen Equipment, half auch die gut zwanzigjährige Wettbewerbserfahrung von Georg, diese Veranstaltung reibungslos über die Bühne gehen zu lassen.

Unter dem Motto "E-Res geht in die Berge" engagierte sich Georg Kraus beim Österreichischen Aero-Club (ÖAeC) um eine eigene MSO Wettbewerbsklasse ERESH (RC-ERESH Segelflugmodelle mit elektrischem Antrieb am Hang).

Hierzu wurde das Reglement von E-RES für den Hang angepasst. Die 45m Startüberhöhung in maximal 15 Sekunden haben sich als genau richtig erwiesen. Auch die Möglichkeit, das Modell wieder sicher aus einem "Saufer" mit Motorkraft zu holen, wurde mehrmals genutzt. Im Rahmen der Vorbereitungen haben uns dann immer wieder Anfragen erreicht, ob man an dem Wettbewerb auch mit einem normalen RES-Modell teilnehmen kann. Vor allem die Modellflugkollegen aus Deutschland hatten meistens keine Motoren in ihren Modellen eingebaut und so versuchten wir sie mit 7,5m Gummi und 25m Seil in den Wettbewerb zu integrieren.

Bei kaum, oder auch leichtem Rückenwind in der Früh, konnten zunächst keine adäquate Ausgangshöhen beim Seilstart erreichen werden. Etwas mehr Auszugslänge hat dann zu besseren Höhen verholfen. Mit etwas Wind und gutem Schuss, wurden akzeptable Höhen erreicht. Der kleine Nachteil bei den Seilstartern hat sich aber nicht wirklich negativ ausgewirkt, was sich bei den qualifizierten Piloten für das Fly-Off zeigte. Hier waren 2 E-RES und 2 Seilstarter platziert. Entscheidend war wieder der Pilot, der die Windverhältnisse richtig einschätzen wusste.

Im Laufe des Vormittags wurden die thermischen Verhältnisse immer besser. So strahlte auch Peter Biller, der es in seinem Wertungsdurchgang schaffte, schon ziemlich weit unten im Tal einen Thermikanschluss zu finden und so innerhalb seiner Gruppe überlegen zu gewinnen. Ganz entspannt konnten wir in 3 1/2 Stunden 4 Runden und 1 Fly Off fliegen. Das Gelände hat sich hervorragend für den Wettbewerb geeignet. Eine kleine Geländekuppe, auf der wir gerade mal 2 Bungees und 4 Punkte auslegen konnten. Eine erste Geländestufe etwas tiefer gelegen, wurde für die Seilstarter als mögliche Landezone für Restarts festgelegt und so konnten auch sie ihre Modelle sicher landen und zum Restart zurückbringen.

Die Teilnehmer unterstützten sich gegenseitig als Helfer zur Zeitmessung bzw. bei den Seilfliegern bzw. als Laufburschen für Seilrückholung. Die Piloten mit ihren E-RES Modellen genossen bei den hochsommerlichen Temperaturen schnell die Vorzüge ihres Elektroantriebs, da die Laufstrecken zurück zum Startpunkt entfielen.

Bereits im 3. Wertungsdurchgang wurden immer mehr Flüge mit der maximalen Flugzeit von 6:15 min erflogen. Ab diesem Zeitpunkt brachte vor allem die taktisch richtige Entscheidung den Erfolg. Dies setzte sich auch im 4. Wertungsdurchgang fort. Jetzt kam es letztendlich auf jeden Zentimeter bei den Landepunkten an. Nun zeigte sich wer sein Modell kennt und wie gut die Spoiler funktionieren. So mancher Pilot musste sein Modell regelrecht aus der Thermik zwingen …

Erfreulicher Weise nahmen an dem Wettbewerb auch Rookies wie Ingo Hallerberg teil, der sein Modell (Impression) quasi noch in einer Nacht und Nebelaktion für den Wettbewerb fertig stellte und erst am Vorabend des Wettbewerbs einflog. Schnell erkannte man die Hilfsbereitschaft und angenehme Atmosphäre unter den teilnehmenden Piloten. Getreu dem olympischen Motto „dabei sein ist alles“ ... wir alle waren einhellig der Meinung, dass die (E)RES-Klasse eine Zukunft hat. Durch das strenge Reglement in der Bauausführung werden diese Wettbewerbe nicht durch den Materialeinsatz gewonnen. Sowohl Jung und Alt haben die gleichen Chancen. Auch die einzelnen Modellgewichte spielen meist nur eine sekundäre Rolle. Die letztendlich erreichten Flugzeiten im Fly-Off (Scheibelhofer 6:15 / Biller 6:11 / Schydlo 6:17 / Raber 6:11) zeigten sehr gut das Können der einzelnen Piloten, aber auch die Eignung des Perdatscher Bichl´s als prädestinierten Austragungsort für einen derartigen Wettbewerb.

Die Platzierungen nach dem Fly-Off waren dann wie folgt:

1. Platz - Robert Scheibelhofer (Impression)
2. Platz - Rafael Schydlo (RES-Boy)
3. Platz - Peter Biller (Elfe1)

Bei 13 Startern mit 12 verschiedenen Modellen, zeigte sich die Vielfalt der derzeit möglichen Konstruktionen. Erfreulicherweise waren auch einige Eigenkonstruktionen erfolgreich am Start - es bleibt spannend! Wir sind der Meinung, dass der Versuch einen RES-Wettbewerb am Hang zu veranstalten zu 100% gelungen ist. Kein Modell ging verloren, alle kamen viel zum Fliegen und hatten ihren Spaß und ein bisschen Spannung war auch dabei.

An dieser Stelle möchte ich mich nochmal bei Gerd Holzner, für die Unterstützung und Realisation meiner Idee, bedanken. Es brauchte nicht viele Argumente, Gerd von der Idee zu überzeugen, die boomende Modellklasse RES in den Flying - Circus zu integrieren.

Vielleicht war das der Startschuss, mit E-RES Hang auch die Berge zu erobern?


hierzu auch der Thread auf RC-Network

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Letzte Änderung amSonntag, 30 Juli 2017 09:06
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